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Virtuelle- und Kapsel-Endoskopie

Indikation
Zum Ausschluss einer Krebserkrankung, bei unklaren Verdauungsbeschwerden, bei Darmentzündungen wie Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn. Im Rahmen einer optimalen Vorsorgeuntersuchung,

Magen, Darm und Verdauungsorgane: Ein großes medizinisches Feld von enormer Bedeutung,

 

Die zweite Gehirnzentrale, der Versorger des Körpers mit wichtigen Nährstoffen, ein wichtiger Immunmodulator. Gesunder Magen-Darmtrakt ist eine der entscheidendsten Voraussetzungen für ein gesundes und langes Leben.

 

Im Zentrum für virtuelle Endoskopie arbeiten Spezialisten unterschiedlichen Disziplinen unter Einsatz modernster Verfahren eng zusammen, um eine optimale Diagnostik und Therapie zu gewährleisten.

 

 

Dickdarmkrebs – Fakten

Das Dickdarmkarzinom ist die zweithäufigste Todesursache durch Krebs. In Deutschland sind jährlich ca. 52.000 Menschen betroffen, 30.000 versterben an dieser Erkrankung (Robert-Koch-Institut 1999)

 

Das individuelle Risiko im Verlauf des Lebens ein Dickdarmkarzinom zu entwickeln beträgt 4 - 6%, wobei die Karzinomhäufigkeit bei über 50-jährigen exponentiell ansteigt. Dabei könnten 90% aller Dickdarmkarzinome durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen vermieden werden, wie die"American National Polyp Study" gezeigt hat. 90-95% aller Dickdarmkarzinome entstehen nämlich aus Polypen (Adenomen), gutartigen Vorläufern, die im Durchschnitt 10 Jahre benötigen, um zu einem Malignom zu entarten. Dabei geht das Risiko primär von größeren Polypen aus: Unter 1 cm Größe sind weniger als 1% maligne, zwischen 1 und 2 cm Größe schon 10% und ab 2 cm sind mehr als 30% der Polypen maligne entartet.

 

Durch Darmkrebsvorsorge sind 90 % aller Karzinome vermeidbar. Die Empfehlungen zur Vorsorgeuntersuchung sind eindeutig: Bei Personen ab 50 Jahre wird die Durchführung einer Darmspiegelung alle 3 - 5 Jahre sowie die jährliche Untersuchung auf Blut im Stuhl empfohlen. Etwa 20% aller Dickdarmkarzinome könnten durch die regelmäßige Durchführung eines Stuhl-Blut-Testes vermieden werden. Dieser Nachweis von verborgenem (okkultem) Blut im Stuhl ist einfach durchzuführen, weist aber nur eine unzureichende Treffsicherheit auf: 90 % aller Polypen und 60 - 70% aller Dickdarmkarzinome werden übersehen, da sie während der Untersuchung nicht bluten.

 

Wesentlich treffsicherer ist die Dickdarmspiegelung. Bei der Rekto-Sigmoideoskopie, werden 60% aller Polypen und Karzinome gefunden, bei der Koloskopie, bei der das gesamte Kolon eingesehen wird, sogar 80 - 90 % aller Läsionen. Trotz der hohen Treffsicherheit und der geringen Häufigkeit schwerer Komplikationen mit 0,1 - 0,2 % ist die Akzeptanz dieser Vorsorgeuntersuchung gering.

 

Weniger als ein Viertel der Bevölkerung lassen sich untersuchen (33 % der Frauen, nur 15 % der Männer), da die Koloskopie meist als schmerzhaft empfunden wird und daher unter Narkose durchgeführt wird.

 

Virtuelle Endoskopie ist eine schmerzfreie Dickdarmspiegelung mit hoher Treffsicherheit. Sie ist eine exzellente Alternative zur herkömmlichen Darmspiegelung. Anstatt den Darm mit dem Endoskop von innen her zu inspizieren, wird bei der virtuellen Endoskopie eine dreidimensionale Aufnahme des Bauch- und Beckenraumes mit der sogenannten Mehrzeilen-Spiral-Computertomographie (3D-CT oder MSCT) durchgeführt. Danach wird der Einblick in den Darm von einem Computer berechnet, ohne dass ein Endoskop eingeführt werden muss.

 

Die virtuelle Endoskopie wurde seit ca. 1995 in den USA entwickelt. Ihre Praxisreife ist durch viele wissenschaftliche Studien belegt (z.B. NEJM 2003.) Dabei stellte sich u.a. heraus, dass die virtuelle

Endoskopie die herkömmliche Darmspiegelung bezüglich des Nachweises von Polypen relevanter Größe (8 und 10 mm) sogar übertreffen kann, da auch in der Videoendoskopie Polypen übersehen werden, z.B. solche, die hinter Darmfalten "versteckt" sind.

 

Virtuelle Endoskopie: Mehr als nur Endoskopie

Die Durchführung einer virtuellen Endoskopie dauert ca. 20 Minuten. Als Vorbereitung muss der Darm am Vortag der Untersuchung in herkömmlicher Weise durch Abführen und durch Nahrungskarenz gereinigt werden. Zur Untersuchung wird der Dickdarm schmerzfrei mit ca. 2 l Luft gefüllt und dann mit Buscopan ruhig gestellt. Die eigentliche Datenaufnahme erfolgt in Rücken- und Bauchlage und dauert jeweils nur etwa 20 Sekunden.

 

Im Gegensatz zur herkömmlichen Endoskopie, die lediglich den Innenraum des Darmes abbilden kann, werden mit der virtuellen Endoskopie auch alle außerhalb des Darmes gelegenen

Bauch- und Beckenorgane, Gefäße und Lymphknoten erfasst, so dass eine umfassende Beurteilung möglich ist.

 

Kombiskopie: Virtuelle und "Mini-Endoskopie

Eine Weiterentwicklung der virtuellen Endoskopie ist die Kombiskopie, eine Kombination aus virtueller Endoskopie für den höher gelegenen Dickdarm und einer schmerzfreien Mini-Endoskopie des Analkanales und Enddarmes, die die rektale Abtastung ersetzt; das Endoskop dient dabei als "sehender Finger". Wir empfehlen diese Maßnahme, da im Bereich des Analkanales und rektoanalen Überganges gelegene Veränderungen mit der Mini-Endoskopie besser beurteilt werden können.

 

Bei Polypennachweis: Endoskopische Abtragung

Sollte ein Polyp entdeckt werden, kann er, das Einverständnis des Patienten vorausgesetzt, sofort entfernt werden. Je nach Sitz des Polypen ist hierzu eine Kurznarkose erforderlich. Bei schwierigen Fällen kann die Zoom-Endoskopie eingesetzt werden, die eine mikroskopische Beurteilung der Darmwand mit virtueller Gewebsanalyse ermöglicht.

 

Virtuelle Endoskopie mit MRT für jüngere Patienten und bei entzündlichen Darmerkrankungen geeignet

Bei jüngeren Patienten und Kindern kann die virtuelle Endoskopie auch mittels Kernspintomographie (MRT) durchgeführt werden.

 

Die MRT weist eine höhere Empfindlichkeit als die MSCT zum Nachweis entzündlicher Veränderungen im

Dick- und/oder Dünndarm auf, zum Beispiel bei Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa.

 

 

Kapsel-Endoskopie

Die Kapsel-Endoskopie eignet sich insbesondere zur Untersuchung des Dünndarmes. Dabei wird eine Minikamera in Form einer Kapsel von der Größe einer Tablette geschluckt.

 

Sie sendet während der Passage durch den Darm Videosignale, die von einem Rekorder aufgezeichnet und anschließend vom Arzt analysiert werden.